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Gesundheit & Eignung

Massage bei Fibromyalgie: Was dir heute guttut, kann morgen zu viel sein

Bei wechselnder Berührungsempfindlichkeit ist Anpassung wichtiger als ein festes Massageprogramm. Deine Reaktion zählt während der Anwendung und danach.

Hände bei einer sanften Handmassage
Symbolfoto: Hände bei einer sanften Handmassage. Foto: Kaboompics. Pexels License · Verkleinert und als WebP optimiert.

Du möchtest eine Massage, hast aber Sorge, danach mehr Schmerzen zu haben. Bei Fibromyalgie ist das eine wichtige Information, keine schwierige Ausgangslage, die du verschweigen solltest. Eine gute Planung berücksichtigt, welche Berührung du aktuell verträgst und welche Erfahrungen du bereits gemacht hast.

Sag möglichst konkret, was zuvor angenehm oder unangenehm war. „Ruhige Berührung geht, punktueller Druck verschlechtert es“ hilft bei der Auswahl. Ebenso wichtig ist, ob eine Reaktion erst Stunden später oder am folgenden Tag auftrat.

Ein kleiner Beginn ist eine vernünftige Entscheidung

Du musst nicht mit einer langen Ganzkörpermassage anfangen. Ein begrenzter Bereich und eine zunächst kurze Anwendung können es leichter machen, deine Reaktion einzuschätzen. Auch eine gut unterstützte Lagerung kann darüber entscheiden, ob ein Termin angenehm ist.

Wähle vorher, was an diesem Tag im Vordergrund steht. Vielleicht möchtest du nur Ruhe. Vielleicht belastet dich eine bestimmte Region. Es muss nicht gleichzeitig an allen empfindlichen Stellen gearbeitet werden.

Die Forschung liefert begrenzte Hinweise, dass manche Massageformen einzelne Fibromyalgiebeschwerden verbessern können. Die NCCIH bewertet die Evidenz insgesamt als vorläufig beziehungsweise begrenzt. [1] Daraus lässt sich keine für alle passende Technik oder Druckstärke ableiten.

Die Rückmeldung darf den Ablauf verändern

Wenn eine Berührung unangenehm wird, verändern oder beenden wir sie. Du musst nicht warten, bis eine vereinbarte Zeit vergangen ist. Professionelle Kommunikationsstandards wie die des CMTO betonen genau diese Beteiligung an Zielen und Anpassungen. [2]

Beobachte später auch gewöhnliche Tätigkeiten. Konntest du noch gut essen, dich anziehen und zur Ruhe kommen? Oder war der restliche Tag deutlich schwerer? Eine solche Rückmeldung ist wichtiger als die Frage, ob die Massage auf der Liege zunächst wohltuend wirkte.

Eine Verschlechterung wird nicht pauschal als notwendige Entgiftung oder Lösung erklärt. Sie ist ein Anlass, das Vorgehen neu zu beurteilen. Vielleicht braucht es weniger, vielleicht eine längere Pause oder eine andere Form der Unterstützung.

Massage bleibt eine ergänzende Möglichkeit. Dein ärztlich abgestimmter Umgang mit Schmerzen, Schlaf und Bewegung wird dadurch nicht ersetzt. Neue, ungewohnte Beschwerden sollten außerdem nicht automatisch der Fibromyalgie zugeschrieben werden.

Du darfst eine Anwendung wählen, weil sie dir angenehm ist. Du darfst sie ebenso ablehnen, wenn sie dir nicht bekommt. Mein Ziel wäre, diese Entscheidung gemeinsam verständlicher zu machen, statt dich von einer besonders intensiven Methode überzeugen zu wollen.

Quellen zum Nachlesen

  1. NCCIH: Mind and Body Practices for Fibromyalgia (Englisch)
  2. College of Massage Therapists of Ontario: Standard of Practice – Communication (Englisch)

Persönlich mit Uli Gutbrod

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