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Gesundheit & Eignung

Massage bei Krebs: Was vor dem Termin geklärt sein sollte

Auch während einer Krebsbehandlung kann angenehme Berührung gewünscht sein. Therapiephase, Beschwerden und deine persönlichen Grenzen bestimmen, was infrage kommt.

Hände bei einer sanften Handmassage
Symbolfoto: Hände bei einer sanften Handmassage. Foto: Kaboompics. Pexels License · Verkleinert und als WebP optimiert.

Nach Untersuchungen, Eingriffen und vielen Terminen kann der Wunsch entstehen, einmal auf angenehme Weise berührt zu werden. Vielleicht möchtest du aber gerade bestimmte Körperbereiche vollkommen in Ruhe lassen. Bei einer Krebsbehandlung ist beides verständlich. Eine Massage beginnt deshalb mit deinem heutigen Bedürfnis und den medizinischen Voraussetzungen.

Besprich den Wunsch zunächst mit deinem onkologischen Behandlungsteam. Hilfreich ist eine konkrete Frage nach der geplanten Körperregion und Lagerung. „Ist Massage erlaubt?“ lässt sich weniger gezielt beantworten als die Frage nach einer ruhigen Anwendung an Schultern oder Händen.

Diese Informationen gehören vorab auf den Tisch

Aktuelle Behandlung, kürzliche Operationen, Bestrahlungsfelder, Port oder andere Zugänge sowie relevante Blutwerte können die Entscheidung beeinflussen. Besonders bei Knochenmetastasen oder niedrigen Blutplättchen braucht es eine individuelle Einschätzung. Macmillan empfiehlt entsprechend qualifizierte Begleitung und nennt Bereiche, die ausgespart werden sollten, darunter offene Haut, bestrahlte Stellen und Zugänge. [1]

Du musst diese Fragen nicht allein sortieren. Bitte bei Bedarf um klare Angaben aus der betreuenden Praxis. Auch wenn eine Massage früher gut ging, kann sich die Situation im Verlauf einer Behandlung ändern.

Für den Termin zählt außerdem, wie du bequem liegen oder sitzen kannst. Übelkeit, Atembeschwerden, Fatigue oder Schmerzen können eine kurze Anwendung sinnvoller machen als eine lange. Es gibt keinen vollständigen Ablauf, den du schaffen müsstest.

Du entscheidest über die Berührung

Sag ausdrücklich, welche Region ausgespart werden soll. Deine Brust muss beispielsweise nicht berührt werden, damit eine Massage an Händen oder Schultern angenehm sein kann. Du kannst deine Entscheidung während des Termins ändern. Eine Grenze braucht keine Erklärung über Befunde oder persönliche Erfahrungen.

Wenn nach Lymphknotenentfernung ein Lymphödem besteht oder eine neue Schwellung auftritt, gehört diese Frage in die entsprechende Versorgung. Manuelle Lymphdrainage ist ein eigenes Verfahren innerhalb eines Behandlungskonzepts und nicht mit beliebiger Entspannungsmassage gleichzusetzen. [2]

Das Ziel einer ergänzenden Massage kann Ruhe, angenehme Berührung oder ein vorübergehend weniger belastendes Körpergefühl sein. Daraus wird keine Behandlung des Tumors. Ich würde dir auch nicht versprechen, eine Neuropathie durch Massage zu beseitigen.

Vor einem weiteren Termin schauen wir auf deine tatsächliche Reaktion, auch am Folgetag. Vielleicht war die Anwendung genau richtig. Vielleicht war schon die Anreise zu viel. Du sollst eine Begleitung bekommen, die zu deiner Situation passt – und nicht noch ein Programm, dem du entsprechen musst.

Quellen zum Nachlesen

  1. Macmillan Cancer Support: Massage or other touch therapies (Englisch)
  2. NHS: Lymphoedema – Treatment (Englisch)

Persönlich mit Uli Gutbrod

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