Eine koronare Herzerkrankung, eine Herzrhythmusstörung und eine Herzinsuffizienz sind unterschiedliche Situationen. Wer von „IHHT für das Herz“ spricht, muss deshalb genauer werden. Wichtig sind der aktuelle Zustand, die bestehende Behandlung und der geplante Trainingsreiz.

Forschung ist abhängig von der Personengruppe

Die Forschung zu Hypoxie-Hyperoxie enthält Untersuchungen bei ausgewählten Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen. Daraus lässt sich keine pauschale Eignung für alle Betroffenen ableiten. Die Auswahl der Teilnehmenden und die Überwachung gehören zum Ergebnis dazu.

Ein Befund unter Studienbedingungen ist nicht automatisch auf jede Anwendung außerhalb einer Studie übertragbar. Insbesondere ein instabiler Krankheitszustand darf nicht wie ein allgemeines Regenerationsthema behandelt werden.

Was vor der Anwendung besprochen werden muss

Die behandelnde Kardiologie muss die konkrete Situation einschätzen. Dazu gehören unter anderem aktuelle Beschwerden, Belastbarkeit, relevante Befunde und Medikamente. Die Vorgaben des eingesetzten Geräts sind ebenfalls zu beachten.

Puls und Sauerstoffsättigung während einer Sitzung ersetzen keine vollständige kardiologische Prüfung. Auch der Wunsch nach möglichst intensiver Hypoxie ist kein sinnvolles Trainingsziel.

Welche Versprechen zu weit gehen

Ich sage weder eine Neubildung von Gefäßen noch ein „Training des Herzmuskels ohne Risiko“ zu. Ebenso wenig ist IHHT ein Ersatz für eine notwendige Rehabilitation, Bewegung nach ärztlichem Plan oder verordnete Medikamente.

Akute Brustschmerzen, neue ausgeprägte Luftnot oder Ohnmacht brauchen unmittelbar medizinische Hilfe. Sie sind kein Anlass für ein unverbindliches Beratungsgespräch über Zusatzangebote.

Ein realistisches Ziel formulieren

Wenn eine ergänzende Anwendung medizinisch vertretbar erscheint, besprechen wir ein konkretes Ziel und wie Veränderungen beurteilt werden. Beschwerden, Alltagserfahrungen und unerwünschte Reaktionen sind dabei genauso wichtig wie Messwerte.

Im Zentrum in Überlingen informieren wir zu IHHT und dem Ablauf. Die Behandlung einer Herzerkrankung bleibt bei den zuständigen medizinischen Fachpersonen. Ein Termin wird erst nach Klärung der Voraussetzungen vereinbart.

Eine häufige Frage

Ist eine überwachte Sitzung automatisch für jedes Herzproblem sicher?

Nein. Überwachung und vorherige Eignungsprüfung erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Die kardiologische Einschätzung bleibt erforderlich.

Welche Rückmeldung vor dem Termin wichtig ist

Teilen Sie Veränderungen Ihrer Beschwerden oder Behandlung vor dem nächsten Termin mit. Neue Belastungsatemnot, Brustbeschwerden, Ohnmachtsanfälle und ungewöhnliches Herzrasen werden nicht erst auf der Liege bewertet. Bei akuten schweren Symptomen steht medizinische Hilfe im Vordergrund.

Eine gute HRV-Kurve ist keine kardiologische Freigabe. Auch ein niedrig wirkender Ruhepuls beweist keine geeignete Belastbarkeit. Bei einer ergänzenden Anwendung müssen der medizinische Befund, die Gerätevorgaben und Ihr aktuelles Befinden zusammenpassen. Medikamente werden weiterhin nach ärztlicher Anweisung verwendet.

Quellen & fachliche Einordnung

Quellen beziehen sich auf die allgemeinen fachlichen Aussagen. Sie belegen keine Wirkung sämtlicher Angebote im Zentrum. Aktualisiert am 9. Oktober 2026.

Uli Gutbrod
Uli Gutbrod

Gesundheitscoach, HRV-Coach und Autor in Überlingen am Bodensee. Entwickler der NEOSCAR®-Narbenbegleitung. Mehr über meine Arbeit

Dieser Beitrag bietet allgemeine Orientierung. Bei Beschwerden sind eine individuelle Untersuchung und gegebenenfalls ärztliche Behandlung erforderlich.