Bei COPD kann die Atmung schon im Alltag eingeschränkt sein. Das macht Angebote mit dem Begriff „Sauerstofftraining“ zunächst interessant. Gerade hier müssen wir aber klar unterscheiden: Eine medizinische Sauerstofftherapie und ein Training mit zeitweise reduziertem Sauerstoffanteil haben unterschiedliche Ziele.
Weniger Sauerstoff ist ein zusätzlicher Reiz
Bei IHHT wird der Sauerstoffanteil zeitweise verringert. Wie der Körper darauf reagiert, hängt von der individuellen Lungensituation und weiteren Voraussetzungen ab. Eine Liegeposition macht diesen Reiz nicht automatisch unbedenklich.
Eine Messung der Sauerstoffsättigung ist wichtig, beurteilt aber nicht sämtliche Aspekte der Atmung. Sie erfasst beispielsweise keinen erhöhten Kohlendioxidgehalt im Blut. Auch die Verträglichkeit lässt sich nicht aus einem einzelnen Sättigungswert ableiten.
Die etablierte Versorgung hat Vorrang
Die Versorgung bei COPD kann unter anderem inhalative Behandlung, Rauchstopp-Unterstützung, Rehabilitation und bei passenden Voraussetzungen eine verordnete Sauerstofftherapie umfassen. Die Auswahl trifft die behandelnde Fachperson.
Eine verordnete Sauerstoffzufuhr wird nicht eigenmächtig verändert. Auch eine akute Verschlechterung, neue Luftnot oder andere Warnzeichen werden nicht mit einem Regenerationstraining beantwortet.
Was zur Eignungsprüfung gehört
Vor einer möglichen ergänzenden Anwendung ist eine pneumologische Einschätzung erforderlich. Sie muss sich auf den konkreten Zustand, das Gerät und den geplanten Reiz beziehen. „Bei COPD geeignet“ ist dafür keine ausreichende allgemeine Aussage.
Die bisherige Forschung zu IHHT in anderen Personengruppen belegt keinen pauschalen Nutzen bei COPD. Ein Training zur Stärkung der Atemmuskulatur ist außerdem nicht dasselbe wie IHHT.
Was du aus einer Anfrage mitnehmen kannst
Bring zur ärztlichen Rücksprache die Beschreibung der geplanten Anwendung mit. Frag konkret, ob ein Wechsel der Sauerstoffkonzentration in deiner Situation vertretbar ist und welche Grenzen gelten.
Im Zentrum in Überlingen wird eine Anfrage zu IHHT deshalb zuerst eingeordnet. Eine COPD-Behandlung oder eine verbesserte Lungenfunktion wird durch das Angebot nicht versprochen.
Eine häufige Frage
Kann ich eine verordnete Sauerstofftherapie durch IHHT ersetzen?
Nein. Die beiden Verfahren haben unterschiedliche Ziele. Änderungen der Sauerstofftherapie gehören in die fachärztliche Behandlung.
Sauerstoffbedarf und Tagesform vorher ansprechen
Wenn Sie verordneten Sauerstoff benötigen, ist das eine entscheidende Information vor jeder Anfrage. Diese Versorgung wird weder unterbrochen noch durch IHHT ersetzt. Auch eine neue Atemwegsinfektion oder eine Verschlechterung der COPD muss zuerst medizinisch beurteilt werden.
Beschreiben Sie, was Ihnen aktuell möglich ist und was Atemnot auslöst. Fragen Sie Ihre Lungenfachpraxis konkret, ob eine zusätzliche Hypoxieanwendung unter den angebotenen Bedingungen überhaupt vertretbar ist. Eine allgemeine Empfehlung für Sauerstofftraining genügt nicht. Falls die Voraussetzungen fehlen, beginnen wir keine Serie.
Quellen & fachliche Einordnung
Quellen beziehen sich auf die allgemeinen fachlichen Aussagen. Sie belegen keine Wirkung sämtlicher Angebote im Zentrum. Aktualisiert am 9. Oktober 2026.
Dieser Beitrag bietet allgemeine Orientierung. Bei Beschwerden sind eine individuelle Untersuchung und gegebenenfalls ärztliche Behandlung erforderlich.





